SCHMERZEN BESSER VERSTEHEN
Schmerzen – Freund oder Feind?
Jeder Mensch ist im Laufe seines Lebens mit Schmerzen konfrontiert. Viele würden wahrscheinlich sagen, dass sie am liebsten nie mehr Schmerzen hätten. Dabei sollte Schmerz als unser Freund gesehen werden, der uns warnt, wenn wir in Gefahr sind. Ist es Dein Freund oder Dein Feind, der Dir Bescheid gibt, wenn Du Deine Hand auf eine Herdplatte legst?
Akuter Schmerz hat eine klare Aufgabe. Wenn Du umknickst, schützt er dich z.B. davor Deinen Fuß weiter zu belasten und womöglich noch mehr zu schädigen.
Verwirrend wird es, wenn der Schmerz keine Aufgabe mehr erfüllt. Wenn Dein Körper eigentlich schon verheilt ist, zum Beispiel nach einem Bandscheibenvorfall, Du aber trotzdem noch Schmerzen hast. Und das über Monate hinweg und kein Arzt Dir so richtig sagen kann, woran das liegt. Dann sprechen wir von chronischem Schmerz. Chronischer Schmerz hat keine Schutzfunktion mehr, der Schmerz „verselbstständigt“ sich und verhält sich oft wellenförmig. Mal tut es weh, mal nicht und so richtig wissen wir nicht, warum.
Das Ziel dieses Ratgebers ist es, dass Du Deine Schmerzen besser verstehst, denn:
WISSEN ÜBER SCHMERZEN REDUZIERT SCHMERZEN!
Erstaunliche Schmerzgeschichten
Lange Zeit hat man gedacht, dass Schmerz immer mit einer Verletzung einhergeht. Schon 1664 hat der Philosoph Descartes eine Schmerztheorie aufgestellt, in der er beschreibt, dass eine Störung im Körper direkt an das Gehirn weitergeleitet wird und wir Schmerz spüren. Er hat den Menschen mit einer Maschine verglichen und Schmerz als etwas mechanisches beschrieben. Wenn etwas mit der Maschine nicht stimmt, dann reagieren wir mit Schmerz. Noch heute machen wir einzelne Strukturen für unsere Schmerzen verantwortlich (Stichwort: Hüftbeuger). Aber ist das wirklich so?
Hier ein paar Beispiele, die dagegensprechen, dass eine Verletzung der Struktur direkt mit dem Schmerz in Verbindung steht:
- Nicht selten hörte man früher von Soldaten, bei denen 60 Jahre später eine Kugel im Körper entdeckt wurde – und die Soldaten haben nichts davon mitbekommen!
- Soldaten haben teilweise Gliedmaßen verloren und nur von einem dumpfen oder sogar keinem Schmerz berichtet
- Andersrum: Hast Du Dir schonmal den Finger an einem Blatt Papier geschnitten? AUA!
- Akupunktur kann Schmerzen beeinflussen
- v. a. dann, wenn sie in China von einem chinesischen Mann an einer chinesischen Frau angewandt wird
- Am wenigsten hilft sie, wenn eine nicht-chinesische Frau sie an einem chinesischen Mann anwendet
- Pro Jahr werden weltweit ca. 100mrd. Aspirintabletten konsumiert
- Dabei spielt die Form der Tablette eine entscheidende Rolle für ihre Wirkung
- Durchsichtige Kapseln mit bunten Kügelchen wirken besser als durchsichtige Kapseln mit weißen Kügelchen
- Durchsichtige Kapseln mit weißen Kügelchen besser als bunte Tabletten
- Bunte Tabletten wirken besser als weiße viereckige Tabletten mit abgerundeten Kanten
- Weiße viereckige Tabletten wirken besser als runde weiße Tabletten
- Dabei spielt die Form der Tablette eine entscheidende Rolle für ihre Wirkung
Das Körpergewebe scheint also nur einen Teil der Geschichte zu erzählen. Schmerz wirkt wie ein komplexes Phänomen, das nicht nur durch unseren Körper, sondern auch den Geist und viele weitere Faktoren beeinflusst wird.
Schauen wir uns das Ganze einmal genauer an!
Warum tut das weh?
Unsere Gefahrenmelder
Potenziell schädliche Reize, wie starke Hitze, chemische oder mechanische Reize (z.B. umknicken) werden von den Gefahrenmeldern, sog. Nozizeptoren, in Deinem Körper aufgenommen. Diese Gefahrenmelder reagieren dann auf diese Reize – diesen Prozess nennt man Nozizeption. Deine Gefahrenmelder spielen eine entscheidende Rolle, um Deinen Körper vor möglichen Verletzungen zu schützen. Sie nehmen intensive Reize wahr und reagieren auf sie, damit Du Dich von der Schadensquelle (z.B. eine heiße Herdplatte) entfernst. Nozizeption bedeutet nicht automatisch, dass Du Schmerzen bekommst, und findet jeden Tag statt, zum Beispiel, wenn Du sitzt und den Druck auf Deinem Gesäß merkst oder Du unter der Dusche die Temperaturveränderung auf Deiner Haut spürst.
In einigen Fällen können Deine Gefahrenmelder ausschlagen und eine intensive Schmerzerfahrung ausgelöst werden, obwohl kein erkennbarer äußerer Schadensreiz vorliegt. Keine Verletzung oder andere Gefahr.
Schmerzwahrnehmung
Bei der Schmerzwahrnehmung wird es spannend. Wenn Du Schmerzen erfährst, dann geht das nicht nur mit der körperlichen Empfindung (Nozizeption) einher, sondern mit einem komplexen Zusammenspiel aus emotionalen, psychologischen und sozialen Prozessen, die Deine Schmerzwahrnehmung beeinflussen. Wir sprechen dabei von Bio-Psycho-Soziale Faktoren.
Wie der Schmerz von uns wahrgenommen wird, hängt mit einer Vielzahl von Faktoren zusammen. Zum Beispiel:
- Frühere Erfahrungen
“Letztes Mal hatte ich solche Schmerzen.” oder „Letztes Mal war ich schnell wieder auf den Beinen.“
- Erwartungen
“Das wird bestimmt weh tun.” oder „So schlimm wird es bestimmt gar nicht.“
- Soziale Faktoren
“Niemand darf merken, dass mir etwas weh tut.“ oder „Meine Freunde und Familie werden mich unterstützen.“
- Wissen & Logik
“Mein Knorpel ist kaputt, deswegen habe ich Schmerzen.” oder „Ich weiß, dass Struktur und Schmerzen nicht immer zusammenhängen
Auch der Kontext des Schmerzes kann eine Rolle spielen. Ein Fußballprofi könnte beispielsweise eine Verletzung am Fuß intensiver wahrnehmen als ein Schachspieler, weil die Verletzungen schlimmere Konsequenzen bedeutet. Und das, obwohl der nozizeptive Reiz (die „Lautstärke“ der Gefahrenmelder) derselbe ist.
Unterschiede in der Wahrnehmung von Schmerz können auch durch kulturelle, geschlechtsspezifische oder altersbedingte Faktoren beeinflusst werden. Diese Faktoren spielen eine Rolle im Umgang mit Schmerz und prägen unsere Einstellung zu Schmerzen. Während einige Menschen hilfreiche Strategien zur Schmerzbewältigung entwickeln, können andere Probleme dabei haben adäquate Bewältigungsstrategien zu finden. Dies kann eine längere und intensive Schmerzwahrnehmung zur Folge haben.
Akuter vs. Chronischer Schmerz
Akuter Schmerz
Wie zu Beginn beschrieben hat akuter Schmerz eine wichtige Funktion, er soll uns vor weiteren Verletzungen schützen. Wenn wir einen Unfall haben, Karies oder eine Blinddarmentzündung, schlagen unsere Gefahrenmelder Alarm.
Chronischer Schmerz
Von chronischem Schmerz spricht man im Normalfall ab einer Dauer von 3-6 Monaten. Bei chronischen Schmerzen besteht häufig keine eindeutige Beziehung mehr zwischen der Schädigung und der Schmerzintensität (v.a., wenn der Schmerz schon eine lange Zeit besteht). Der Schmerz “verselbstständigt“ sich und hat nichts mehr mit der ursprünglichen Verletzung (z.B. Bandscheibenvorfall) zu tun. Das kann u.a. daran liegen, dass Dein Nervensystem sensibler geworden ist. Die Gefahrenmelder geben ein Alarmsignal, obwohl keine Gefahr herrscht. So als würde die Alarmanlage Deines Autos losgehen, weil sich eine Fliege auf die Windschutzscheibe gesetzt hat.
Wenn Schmerz dauerhaft fortbesteht, geht es dabei weniger um einen Gewebeschaden, sondern mehr um alles andere in Deinem Leben. Möglicherweise auch etwas ganz Bestimmtes, das Dich gerade empfindlicher für Schmerz werden lässt. In diesem Zustand kann der Schmerz leichter ausgelöst werden und viele Dinge in Deinem Leben können dazu beitragen. Und es geht dabei nicht um Muskeln, Sehnen und Gelenke, obwohl die manchmal wichtig sind. Es geht um alles, was in Deinem Leben passiert.
Dabei spielen wieder die bereits angesprochenen Bio-Psycho-Soziale Faktoren eine entscheidende Rolle. So können zwei Menschen in der Theorie einen gleich starken Schmerz spüren, sich die Schmerztreiber aber stark voneinander unterscheiden.
Gewebeschaden bedeutet nicht gleich Schmerz!
Hast Du schonmal ein MRT, Röntgenbild oder ähnliches machen lassen? Die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich groß, dass Veränderungen, zum Beispiel an Deiner Wirbelsäule festgestellt wurden.
Vielleicht hattest Du vorher nicht mal Schmerzen an der Stelle, wo die Veränderung festgestellt wurde. Aber, wenn das MRT sagt, dass Du einen Bandscheibenvorfall hast, dann musst Du ja auch Schmerzen haben, oder?
Nein.
Tatsächlich ist es so, dass Schmerz nur sehr gering mit einem strukturellen Schaden zusammenhängt. Du kannst zum Beispiel sehr große Schmerzen haben, ohne dass Du einen Gewebeschaden hast. Oder gar keine Schmerzen, obwohl der Gewebeschaden ziemlich groß ist. Warum das so ist, hast Du bereits gelernt. Schmerz ist von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst, nicht nur vom Gewebe.
In der folgenden Abbildung siehst Du bei wie vielen Menschen eine strukturelle Veränderung an der Wirbelsäule festgestellt wurde, die keine Schmerzen hatten!
Schon knapp 50% der 30-Jährigen weisen eine Bandscheibendegeneration auf. Im Alter von 80 sind es über 90%. Schmerzen? Nicht vorhanden. Verrückt, oder?
Vielleicht es an der Zeit umzudenken. Dein Körper altert von außen und er altert auch von innen. Wir sollten normale Veränderungen an der Wirbelsäule nicht automatisch zu einem Problem machen. Vielmehr ist es wichtig zu verstehen, dass wir uns nun mal mit dem Alter verändern.
Wie wir im Gesundheitszentrum arbeiten
Hier müssen wir unser Vorgehen ein wenig aufteilen. Zum einen haben wir Menschen, die aufgrund ihrer Schmerzen in unsere Physiotherapie kommen. Dann sieht unser Vorgehen folgendermaßen aus.
In unserer InBalance Physiotherapie
In Deinem ersten Termin nehmen wir uns für Dich 40 Minuten für eine eingehende Diagnostik Zeit. Die Basis bilden dabei vor allem 3 Säulen.
- Anamnesegespräch
Es ist uns wichtig, dich ein wenig kennenzulernen, um erste Ideen Deiner individuellen Schmerztreiber zu bekommen.
Wie lange hast Du Deine Problematik schon? Welche Glaubenssätze hast Du, wenn es um Deinen Schmerz geht? Hast Du Angst vor Bewegung oder wurde Dir Angst vermittelt? Wie gehst Du mit Deinem Problem um und was hast Du schon versucht? In welchen Alltagssituationen belasten Dich Deine Schmerzen am meisten?
- Körperliche Untersuchung
Neben unterschiedlichen Funktions- und Bewegungstests führen wir Schmerzprovokations- und reduktionstests durch, um zu schauen, welche Bewegungen Deine Schmerzen verschlimmern bzw. verbessern.
- Bildgebende Verfahren
Bildgebende Verfahren, wie MRT, CT oder Röntgenbilder können unterstützend zu der Therapieauswahl beitragen. Dabei ist zu beachten, dass ein bildgebendes Verfahren in den allermeisten Fällen nicht nötig ist!
In Deinem ersten Termin verschaffen wir uns also ein eingehendes Bild von Deiner Problematik, um die für Dich optimale Therapie zu finden.
In vielen Fällen ist die optimale Therapie eine aktive Therapie. So wollen wir die Belastbarkeit Deines Körpers durch gezieltes Muskeltraining steigern.
Wenn unsere Physiotherapeutinnen es als angemessen betrachten, schenken wir Dir deshalb zu Beginn Deiner Therapie 4 Wochen Training in unserem Gesundheitszentrum.
Wir sind davon überzeugt, dass nur ein langfristiger Ansatz auch langfristig hilft. Unserer Erfahrung nach ist es in den meisten Fällen mit 6 Behandlungen à 20 Minuten einfach nicht getan.
Im Genesis Vital- und Gesundheitsclub
Zum anderen haben wir bestehende Mitglieder oder Menschen, die ihre Schmerzen mit Muskeltraining bekämpfen möchten. Dann sieht unser Vorgehen ganz ähnlich aus.
- Anamnesegespräch
Es ist uns wichtig, dich ein wenig kennenzulernen, um erste Ideen Deiner individuellen Schmerztreiber zu bekommen.
Wie lange hast Du Deine Problematik schon? Welche Glaubenssätze hast Du, wenn es um Deinen Schmerz geht? Hast Du Angst vor Bewegung oder wurde Dir Angst vermittelt? Wie gehst Du mit Deinem Problem um und was hast Du schon versucht? In welchen Alltagssituationen belasten Dich Deine Schmerzen am meisten?
- Erstellung Deines individuellen Trainingsplans
Anhand der Informationen, die Du mit uns geteilt hast, erstellen wir Dir Deinen ganz individuellen Trainingsplan, um Dich resistenter gegen Schmerzen zu machen und Dir Werkzeuge für die Schmerzbewältigung an die Hand zu geben. Dabei nehmen wir Rücksicht auf Deine Schmerzproblematik und wollen durch gezieltes Training Deine Schmerzen nachhaltig reduzieren. Den ersten Schritt dahin hast Du schon getan – Du hast Dir diesen Artikel durchgelesen!
Solltest Du vorher bei uns in therapeutischer Behandlung gewesen sein, haben unsere Trainer und Trainerinnen jederzeit die Möglichkeit Kontakt zu Deinem Physiotherapeuten bzw. Deiner Physiotherapeutin zu suchen, um den Trainingsplan optimal zu gestalten.
- Betreuung
Unser Trainingspersonal steht Dir jederzeit für Fragen zur Verfügung. Egal, ob es Trainingsfragen sind oder andere Thematiken, die Dich im Bereich Training und Schmerz interessieren. Wir stehen an Deiner Seite. Zusätzlich geben wir Dir digital wertvolle Informationen und Tipps, um Deinen Weg mit Dir gemeinsam weiterzugehen.
Fazit
Herzlichen Glückwunsch!
Wenn Du diesen Artikel zu Ende gelesen hast, dann weißt Du jetzt mehr über den aktuellen Stand der Schmerzforschung als viele Ärzte und Gesundheitsexperten in Deutschland.
Ziel dieses Artikels ist es, dass Du ein besseres Verständnis für Deine eigenen Schmerzen erhältst. Oder vielleicht über die Schmerzen Deiner Mutter, Deiner Kinder oder Deines Opas. Ein besseres Verständnis kann bereits einen therapeutischen Effekt haben. Denn zu verstehen, dass eine Verletzung oder Erkrankung am Körper nicht immer mit Schmerzen einhergeht und wir umgekehrt auch Schmerzen haben können ohne Verletzung, kann ein wichtiger Schritt zur Besserung sein. Wir sollten uns nicht mehr nur noch auf den Körper konzentrieren, sondern den Menschen als Ganzes sehen. Gedanken, Psychologie, Soziales, Erfahrungen und und und. Alles kann eine Rolle spielen, v.a. wenn wir über chronische Schmerzen sprechen.
Unsere Erfahrung und auch die Wissenschaft zeigt, dass Bewegung und ein an die Symptomatik angepasstes Training ein wichtiger Bestandteil der Schmerztherapie sein können.
Kurzfassung
Schmerzentstehung
Schmerzen werden immer noch häufig als rein mechanisches Problem gesehen. Es ist etwas kaputt, also habe ich Schmerzen. Die Schmerzforschung zeigt, dass die Schmerzwahrnehmung, v.a. bei chronischen Schmerzen sehr viel komplexer ist.
Sogenannte Bio-Psycho-Soziale Faktoren nehmen Einfluss auf Deine Schmerzen:
- Biologische Faktoren (Muskulatur, Gelenke, Genetik etc.)
- Psychologische Faktoren (Gedanken, Gefühle, Erwartungen etc.)
- Soziale Faktoren (Kultur, Familie, Arbeit etc.)
Um Schmerzen besser verstehen zu können, ist es wichtig zu unterscheiden in akute Schmerzen und Chronische Schmerzen. Akuter Schmerz hat eine klare Aufgabe. Wenn Du umknickst, schützt er dich z.B. davor Deinen Fuß weiter zu belasten und womöglich noch mehr zu schädigen.
Verwirrend wird es, wenn der Schmerz keine Aufgabe mehr erfüllt. Wenn Dein Körper eigentlich schon verheilt ist, zum Beispiel nach einem Bandscheibenvorfall, Du aber trotzdem noch Schmerzen hast. Und das über Monate hinweg und kein Arzt Dir so richtig sagen kann, woran das liegt. Dann sprechen wir von chronischem Schmerz. Chronischer Schmerz hat keine Schutzfunktion mehr, der Schmerz „verselbstständigt“ sich und verhält sich oft wellenförmig. Mal tut es weh, mal nicht und so richtig wissen wir nicht, warum.
Das Ziel dieses Artikels ist es, dass Du Deine Schmerzen besser verstehst, denn:
Wissen über Schmerzen reduziert Schmerzen!
Wenn Schmerzen entstehen, spielen 2 Faktoren eine wichtige Rolle.
- Das, was in Deinem Körper passiert
Überall in Deinem Körper gibt es Gefahrenmelder, die auf mögliche Gefahren reagieren (z.B. starke Hitze/Kälte). Deine Gefahrenmelder spielen eine entscheidende Rolle, um Deinen Körper vor möglichen Verletzungen zu schützen. Sie sind ständig aktiv, auch bei alltäglichen Handlungen. Falls Du gerade sitzt und dein Gesäß auf dem Stuhl spürst – auch das liegt daran, dass Deine Gefahrenmelder den Druck wahrnehmen. Du bekommst also nicht automatisch Schmerzen, nur weil die Gefahrenmelder aktiv sind. Diesen Prozess nennt man Nozizeption.
- Wie Du die Aktivität deiner Gefahrenmelder wahrnimmst
Deine Wahrnehmung wird durch unzählige Dinge beeinflusst. Gedanken, Emotionen, Erfahrungen, Kultur und vieles mehr spielen eine Rolle für Deine Schmerzwahrnehmung.
Das führt dazu, dass 2 Menschen, die die selbe Warnung von deinen Gefahrenmeldern bekommen, den Schmerz unterschiedlich wahrnehmen.
Stell‘ Dir mal vor ein Geigenspieler und ein Fußballer verletzen sich am Finger. Wahrscheinlich wird der Geigenspieler mehr Schmerz wahrnehmen, weil die Verletzung für ihn größere Konsequenzen hat. Er kann seinen Beruf nicht mehr ausüben.
Gewebeschaden ist nicht gleich Schmerz
Verletzungen in unserem Körper können zur Schmerzwahrnehmung beitragen, sind aber nicht immer die Ursache. Viele Menschen haben Bandscheibenvorfälle oder andere degenerative Entwicklungen der Wirbelsäule und keine Schmerzen! Deswegen ist Dein MRT nicht Dein Schicksal. Wir arbeiten gemeinsam an Deiner Problematik.
Unsere Arbeit
Egal, ob in unserer Physiotherapie oder im Gesundheitsclub, zunächst einmal führen wir eine eingehende Anamnese durch. Dabei ist uns wichtig, Dich kennenzulernen, um erste Ideen Deiner individuellen Schmerztreiber zu bekommen. Denn genauso individuell wie der Mensch ist, sind auch die eigenen Schmerztreiber.
Wie lange hast Du Deine Problematik schon? Welche Glaubenssätze hast Du, wenn es um Deinen Schmerz geht? In welchen Alltagssituationen belasten Dich Deine Schmerzen am meisten? etc.
Anhand der Informationen, die Du mit uns geteilt hast, erstellen wir Dir Deinen individuellen Behandlungsplan, um Dich resistenter gegen Schmerzen zu machen und Dir Werkzeuge für die Schmerzbewältigung an die Hand zu geben. Dazu gehört neben einem aktiven Therapieansatz auch das Schaffen einer unterstützenden Umgebung und eines besseren Verständnisses deiner Problematik. Gleichzeitig ist es unser Ziel Ängste abzubauen, mit Mythen aufzuräumen und Dir dabei zu helfen, dass Du Das Vertrauen in Deinen Körper zurückgewinnst.
Dabei stehen unsere Physiotherapeutinnen und Trainerinnen stehen jederzeit in engem Kontakt miteinander. So können wir Therapie und Training optimal aufeinander abstimmen und Deinen Plan jederzeit optimieren.
Link zu Abbildung einfügen?
Quellen
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