5 Fragen an deine Ärztin
5 Fragen, die man als Patient stellen sollte
Vielen Patienten fehlt es zum Zeitpunkt einer Gesundheitsentscheidung (z.B. Operation, Medikamente etc.) an relevanter und korrekter Evidenz (nachgewiesene Wirksamkeit), um eine informierte Entscheidung gemeinsam mit dem Arzt oder der Ärztin zu treffen. So konnte gezeigt werden, dass Ärzte und Ärztinnen häufig die Art der Entscheidung ausschließlich beschreiben (83%), seltener Nutzen und Risiken diskutieren (9%) und sehr selten das Verständnis der Patienten bewerten (2%).
Damit Patienten bessere und informierte Entscheidungen treffen können, ist es wichtig auch als Patient eine proaktive Rolle einzunehmen und Informationen zu erfragen.
Natürlich gibt es auch medizinisches Personal, das die folgenden Fragen schon in Vorgesprächen beantwortet. Unsere Erfahrungen, aber auch wissenschaftliche Untersuchungen legen jedoch nahe, dass dies oft nicht der Fall ist.
Merkhilfe: B.R.A.I.N.
B – Benefits/Vorteile
R – Risiken
A – Alternativen
I – Intuition/Bauchgefühl
N – Nichtstun
Was sind die Vorteile?
Was sind die Vorteile des spezifischen diagnostischen Tests, des Schmerzmanagement-Ansatzes, der Medikation, des Verfahrens, des Protokolls usw., die in Betracht gezogen werden?
Dies ist eine wichtige Frage in der heutigen Gesundheitslandschaft, in der so viele Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Andere Fragen könnten lauten: Welches Problem wird damit gelöst? Wie wird dies hilfreich sein? Wenn ein Test ein Problem nahelegt, wie ernst ist es? Wenn eine Behandlung vorgeschlagen wird: Wie wird sie normalerweise durchgeführt?
Was sind die bekannten Risiken?
Was sind die Risiken eines bestimmten Tests, Verfahrens, Protokolls usw.? Welche Risiken bestehen im Verhältnis zu den Vorteilen? Gibt es irgendwelche Nebenwirkungen? Welche Informationsquellen werden empfohlen, um mich über dieses Thema zu informieren? Wenn dies nicht erfolgreich ist, was ist der nächste Schritt?
Gibt es gute Alternativen?
Das Herausarbeiten potenzieller Optionen hilft uns, Alternativen zu identifizieren, die zu unseren spezifischen Umständen passen, sodass wir uns bei den Entscheidungen, die wir treffen, ermächtigt fühlen, anstatt unter Druck gesetzt zu sein. Auch für die jeweiligen Alternativen sollten sich diese 5 Fragen jederzeit gestellt werden.
Was sagt mein Bauchgefühl?
Was sagt mir mein Bauchgefühl über einen bestimmten Test/Eingriff/Intervention/Protokoll? Intuition ist ein wichtiges und oft übersehenes Stück Information: Sich die Zeit zu nehmen, um tief auf das zu hören, was unsere Intuition uns sagt, leitet uns zu Entscheidungen, die auf unseren eigenen Werten und Erfahrungen beruhen. Während man bei wichtigen Entscheidungen nicht ausschließlich auf das Bauchgefühl hören sollte, stellt es doch eine wichtige Informationsquelle dar und hilft uns die für uns beste Entscheidung zu treffen.
Was passiert, wenn wir erstmal nichts unternehmen?
Weitere Fragen könnten lauten: Was würde passieren, wenn wir eine Stunde warten? Einen Tag? Eine Woche? Was sind die Vorteile des Nichtstuns? Was sind die Risiken? Was sind die Alternativen? Das Durchlaufen dieser Schritte, vielleicht mehrmals, wenn es die Zeit erlaubt, wird Dir eine solide Grundlage geben, um eine passende Wahl zu treffen. Du kannst dich informiert für eine Behandlungsmethode oder informiert gegen eine Behandlungsmethode entscheiden.
Quellen
Wichtig:
Dieses Lehrmaterial stellt keine medizinische Beratung dar.
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