Wunderpille Muskeltraining

Im Jahr 2021 gingen die Deutschen im Schnitt knapp 10x zum Arzt, fast doppelt so häufig wie noch vor 28 Jahren (5,3 Arztbesuche pro Kopf im Jahre 1991). Obwohl sich die Anzahl der Arztbesuche so stark erhöht hat, bleibt die Häufigkeit chronischer Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, Depressionen, Rückenschmerzen etc. seit 2013 auf einem ähnlichen Niveau. Viele dieser chronischen Erkrankungen sind Lebensstilbedingt (z.B. Diabetes Typ 2, Bluthochdruck) und durch eine geringe Bewegungsaktivität im Alltag beeinflusst. Gerade Typ-2-Diabetes zeigt eine steigende Tendenz. So konnte dieser bereits bei jedem 10. Deutschen festgestellt werden. Man geht im Jahr 2040 gar von 14% aus.

Gesundheitssystem statt Krankheitssystem

Diese Zahlen machen deutlich, dass sich in der Gesundheitsversorgung etwas ändern muss. Aktuell ließe sich eher von einer „Krankheitsversorgung“ sprechen, wir werden oft erst behandelt, wenn wir bereits krank sind. Stattdessen sind in unseren Augen präventive, gesundheitsfördernde Maßnahmen die Zukunft, um lebensstilbedingte Erkrankungen zu minimieren. Wir brauchen einen belastbaren und alltagsfähigen Körper und Geist, um auch im hohen Alter noch fit und gesund zu sein.

Man stelle sich vor, es gäbe ein Medikament, das verspricht, dass Du stärker wirst, Deine Knochendichte sich erhöht, Du Alterungsprozesse verlangsamst, Du besser schläfst, Dich besser fühlst, Deinen Alltag besser bewältigst, das Risiko für diverse Erkrankungen sinkt und noch vieles mehr. Und all‘ das mit so gut wie keinen Nebenwirkungen. Vermutlich würde jeder Mensch auf der Welt auf dieses Medikament zurückgreifen.

Muskeltraining hilft nicht nur beim Muskel- und Kraftaufbau oder beim Fettabbau, sondern wirkt sich auf viele körperliche und psychologische Faktoren aus. Wir wissen, dass die Sarkopenie, also der Muskelschwund im Alter, ein großes Problem für die Gesundheit darstellt. Ein regelmäßiges, progressives Krafttraining kann diesem Effekt entgegenwirken und ihn sogar umkehren. Besonders im Alter zahlt sich Training also aus. Dazu in diesem Artikel mehr.

Eine Studie aus dem Jahre 2012 von Frank W. Booth und seinen Kollegen hat den Einfluss körperlicher Aktivität auf chronische Erkrankungen untersucht. Herausgekommen ist, dass Bewegung und Training positiven Einfluss auf 35 Erkrankungen haben kann.

Hier sind sie alle einmal aufgelistet:

  • Beschleunigte biologische Alterung/vorzeitiger Tod
  • Niedrige kardiorespiratorische Fitness (VO2max)
  • Sarkopenie
  • Metabolisches Syndrom, Fettleibigkeit
  • Insulinresistenz, Prädiabetes, Typ-2-Diabetes
  • Nicht-alkoholische Fettlebererkrankung
  • Koronare Herzkrankheit
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit
  • Bluthochdruck
  • Schlaganfall
  • Chronische Herzinsuffizienz
  • Endotheliale Dysfunktion
  • Arterielle Dyslipidämie
  • Hämostase
  • Tiefe Venenthrombose
  • Kognitive Dysfunktion
  • Depression und Angstzustände
  • Osteoporose, Osteoarthritis, Knochenbrüche/Stürze, Gleichgewichtsstörungen
  • Rheumatoide Arthritis
  • Darmkrebs, Brustkrebs, Endometriumkarzinom
  • Schwangerschaftsdiabetes
  • Präeklampsie
  • Polyzystisches Ovarialsyndrom, Erektile Dysfunktion
  • Schmerzen
  • Divertikulitis, Verstopfung
  • Gallenblasenerkrankungen

Wir, als Gesundheitszentrum in Verl, haben es zu einer unserer Aufgaben gemacht, Menschen dabei zu helfen gesünder zu werden und vor allem gesund zu bleiben. Ein wichtiger Baustein ist dabei ein regelmäßiges Training der Muskulatur und des Herz-Kreislauf-Systems. Schwimmen, Joggen oder Spaziergänge sind gut für die allgemeine Gesundheit. Können ein regelmäßiges Muskeltraining aber nicht ersetzen.

Wie wir im Gesundheitszentrum arbeiten

Nachdem wir eine eingehende Kraftanalyse gemacht haben, um den aktuellen Zustand Deiner Muskulatur zu messen, planen wir gemeinsam mit Dir das passende Training, um Deine Muskulatur stark und belastbar zu machen oder zu halten. Keine Sorge, aus Dir soll nicht der nächste Arnold Schwarzenegger oder die nächste Sally McNeil werden. Der Ruf von der „Mukkibude“ ist längst überholt, bei uns trainieren Menschen aller Altersklassen mit unterschiedlichsten Trainingszielen.

Um mit dem Krafttraining zu beginnen, ist es nie zu spät. So konnte beispielsweise gezeigt werden, dass eine Gruppe Trainierender (Durchschnittsalter: 69) innerhalb von 6 Monaten ihre Kraft steigern, ihren Ruhepuls senken und das Verhältnis von Fett zu Muskulatur verbessern konnte. Zusätzlich berichteten sie, dass sie sich durch ihre alltäglichen Aufgaben weniger müde fühlten.

Und das mit einem Zeitaufwand von nur 2 Trainingseinheiten pro Woche!

Lass‘ uns gemeinsam loslegen, damit auch Du von den zahlreichen positiven Effekten eines regelmäßigen Muskeltrainings profitieren kannst!

Booth, F W., Roberts, C. K. & Laye, M. J. (2012). Lack of exercise is a major cause of chronic diseases. https://doi.org/10.1002/cphy.c110025

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/77182/umfrage/deutschland-jaehrliche-arztbesuche-pro-kopf-seit-1991/

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/707617/umfrage/umfrage-zur-verbreitung-von-chronischen-krankheiten-in-deutschland/

https://www.ddg.info/fileadmin/user_upload/Gesundheitsbericht_2022_final.pdf

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